Der falsche Wahlkampf

Immer weniger Bürger haben Lust, zur Wahl zu gehen. Immer mehr haben das Gefühl, dass sich sowieso nichts ändert. Von Laschets herzhaftem Lacher über Baerbocks Schwindeleien als Autorin und Völkerrechtsgetue bis hin zu Scholz‘ Kanzler-Fantasien: Was sollen die Leute noch glauben? Der Wahlkampf läuft schief.

Dazu folgende Richtigstellung:

1. Nicht der Wahlkampf läuft schief, es kandidieren die falschen Personen. Stellen wir uns mal vor, für die Union wäre Friedrich Merz Kandidat oder Markus Söder. Für die SPD Sigmar Gabriel, für die Grünen Willfried Kretschmann und für die Linke Sahra Wagenknecht -was wäre dann anders? Alles!

2. Fangen wir an bei den Grünen: Opa Kretschmann ist interessant für alle Generationen. Er hat auch keine
falschen Bücher geschrieben und kommt nicht vom Völkerrecht. Er ist 73, in dem Alter wurde Adenauer das erste Mal Kanzler. Kretschmanns Pech: Er ist zu weiß, leider keine Frau, nicht mal ein Transgender. Schade.

3. Die liberale FDP mit Christian Lindner und die rechte AfD mit Alice Weidel sind authentisch besetzt, die SPD falsch. Olaf Scholz als Kanzlerkandidat bewegt sich irgendwo zwischen Sarrasani und Houdini, also zwischen heißer Luft und Illusionen. Schröder konnte Wahlkampf, sein Protegé Gabriel wurde leider ausgebremst. Man muss kein Prophet sein, um das Ergebnis vorherzusagen.

4. Bei der Linkspartei ist die Selbstverzwergung am weitesten vorangeschritten. Mit Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler statt mit Sahra Wagenknecht anzutreten, heißt: Freiwillig auf Trabant setzen statt auf Bentley.

P.S. zur Union: Mit Söder wäre sowieso alles ganz anders gelaufen.

Dieser Text erschien zuerst in Euro am Sonntag.

Zurück zur Übersicht
Scroll to Top